Chronik

Aus der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Großberg 

Vorwort: Aus den Anfängen unserer Wehr bis etwa in die Nachkriegszeit hinein sind nur wenige Aufzeichnungen in unseren Händen. Liegt es daran, daß unsere Vorfahren wenig schreibfreudig waren oder sind Unterlagen in den Kriegswirren verloren gegangen, es läßt sich nur sehr wenig finden. Schon mit dem Anfang geht das Suchen nach festen Daten los. Unsere alte Fahne wurde laut Fahneninschrift 1912 zum 25-jährigen Bestehen geweiht. Über eine Gründung 1887 liegen jedoch keine Unterlagen vor. Im Verzeichnis des Bezirks-Feuerwehr-Verbandes Stadtamhof steht bei Großberg das Datum 5. Mai 1889. Ob es das Gründungsdatum oder das Beitrittsdatum zum Verband ist, steht nicht fest. Bei der Wahl des Termins für unser 100-jähriges Gründungsfest sind wir von einer Gründung im Jahre 1887 ausgegangen. Wie schwierig es war, Vereinsunterlagen durch die Kriegs- und Nachkriegswirren zu bringen, sieht man an unserer. Fahne von 1912. Sie hat nur überlebt, weil ein Vereinsmitglied die Fahne im Heustock versteckt hatte. 

Es ist bemerkenswert, dass rund 80 Jahre nach Gründung des Ortes der Bürgersinn schon so weit gestärkt war, dass man eine Gemeinschaft zur gegenseitigen Hilfe bei Feuersnot und sonstigen Notfällen gründete. 

Chronik:
Die Geschichte unseres Vereins ist eng mit der Geschichte unseres Heimatdorfes verbunden. So kann man diese kaum getrennt voneinander betrachten. Die folgende kurze, chronologische Auflistung erhebt auch keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit, ist aber sicherlich für die meisten Großbergler interessant, vielleicht sogar besonders für die neu Hinzugezogenen:

03. Oktober 1803

Eine Verordnung der königlichen Landesdirektion München weist an, dass „eine
Auslichtung der Waldungen an den Chausseen auf 112 Schuh und die Überlassung
der ausgelichteten Plätze an Cultuslustige anbefohlen“ werden soll (ein Schuh war
übrigens ein Längenmaß von rund 0,29 m). Dieses geht aus den sog. „Ankunftsbriefen“
für die Kolonisation von Großberg 1806 hervor.

10. Oktober 1804

Gründung des Ortes, heutiges Großberg, dokumentiert in den Kirchenbüchern der Pfarrei Hohengebraching.

Unser Dorf wurde damals nach dem Waldstück „Argle“ genannt.

1805

Änderung des Dorfnamens in „Hazziberg“, benannt nach Joseph Hazzi, „Kurpfalzbairischer Generallandesdirektionsrat“. Dieser Name setzte sich jedoch nicht durch und verschwand bereits nach einem weiteren Jahr wieder.

ab August 1806

In den Kirchenbüchern von Hohengebraching ist ab diesem Zeitpunkt der Ortsname „Großberg“ dokumentiert. Großberg ist zu dieser Zeit ein Straßendorf mit 24 Häusern, 96 Einwohnern und liegt in etwa auf 378 bis 437 m über NN.

April 1809

Während des 5. Koalitionskrieges (Napoleonische Kriege) war auch Großberg (neben Abensberg, Teugn/Hausen, Eggmühl und Regensburg) Kriegsschauplatz zwischen Franzosen und Österreichern. Was das für die junge Ansiedlung bedeutete, kann sich heute kaum noch jemand vorstellen. In dieser Zeit rückte der  Straßenbau in das militärische Blickfeld.

1887 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Großberg

Fahne von 1912

Aus der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Großberg Seite 2 Bereits ca. 80 Jahre nach der Ortsgründung wurde ein Verein zur gegenseitigen Hilfe und Unterstützung, nicht nur im Brandfall, gegründet. Genaue Unterlagen zur Gründung sind leider nicht überliefert.

05. Mai 1889 Eintrag in das Verzeichnis des Bezirks-Feuerwehr-Verbandes Stadtamhof.

1906

Bau der ersten Wasserleitung im Ort, einschließlich eines 40m3 Wasserhochbehälters, der bis in die 70er Jahre neben der Einmündung der Marchnerstraße in die Heinrichstraße bestand.. Dort stand auch das erste Feuerwehrgerätehaus, wobei damals die Gerätschaft aus mehreren Handdruckspritzen, Einreißhaken und Leitern bestand.

1912

Der Verein war stetig gewachsen und erfreute sich auch zahlreicher Mitglieder, so dass zum 25-jährigen Gründungsfest schon die erste Vereinsfahne geweiht werden konnte.

1921/1934

Photographien aus diesen Jahren belegen die große Mannschaftsstärke und die Einsatzbereitschaft der aktiven Mitglieder.

1952

Renovierung des Feuerwehrgerätehauses von 1906. Die Gemeinde bekam damals einen finanziellen Zuschuss vom Landkreis in Höhe von 200,- DM

1963

Bau einer neuen Wasserleitung zusammen mit dem noch heute weithin sichtbaren Wasserturm. Durch diese neue Leitung konnte die Löschwasserversorgung innerhalb des Dorfes erheblich verbessert werden.

Weiterhin wurde an das Gemeindehaus in der Heinrichstraße 83 das Rathaus von Großberg mit angegliedertem „Feuerwehrdepot“ angebaut.

28. Juni 1964

Feierliche Weihe der zweiten Fahne in der neu errichteten Kirche St. Heinrich und Kunigunde (erbaut 1962 bis 1964).

1967

Weitere maschinelle Aufrüstung der Wehr: Handdruckpumpen werden durch eine neuartige Tragkraftspritze TS 8/8 Magirus ersetzt. Die Pumpe wurde zu dieser Zeit noch auf einem Anhänger TSA transportiert. Die Finanzierung ermöglichte auch damals schon die Gemeinde.

1978

Seit der Gebietsreform von sieben Gemeinden und der damit verbundenen Verlegung der Gemeindeverwaltung zu einer Gemeinsamen nach Pentling nutzt nun die  Feuerwehr (zusammen mit anderen Vereinen) das gesamte Gebäude in der Heinrichstraße, gegenüber dem Kindergarten. Der ehemalige Sitzungssaal wird so z.B. als Schulungsraum speziell für den Nachwuchs genutzt.

1979

Anschaffung des ersten Fahrzeugs, eines Tragkraftspritzenfahrzeuges TSF, Fabrikat FORD Transit mit 75 PS.

1985

Die erste Vereinsfahne aus dem Jahre 1912 wurde mit erheblichen, eigenen finanziellen Mitteln restauriert.

1992

Verlegung der Sirene vom Anwesen Weitzer auf den Schlauchturm des Gerätehauses. Da die Sirene bei dem neuen Standort Feuerwehrhaus nicht für jedermann immer sicher hörbar ist, wurde zur Unterstützung die sog. „Stille Alarmierung“ eingeführt =
Meldeempfänger („Piepser“) am Mann.

Juli 1999

Durch die Beschaffung einer neuen Tragkraftspritze TS 8/8 „Ziegler Ultra Power“ (tragbare Feuerwehrpumpe mit 40 PS-Polo-Motor) wurde die Leistungsfähigkeit der Wehr erneut gesteigert und den Erfordernissen der Zeit angepasst.

04.09.2009

Ersatz des alten Fahrzeuges durch ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug TSF, Fabrikat VW Crafter mit 136 PS, im Wert von ca. 100.000,- EUR. Das Fahrzeug ist mit den modernsten Gerätschaften bestückt, so enthält es u.a. auch vier Atemschutzgeräte. Die moderne Ausrüstung garantiert für die Retter hohe Sicherheit und für die Betroffenen eine schnelle Rettung.

26.03.2011

Beschluss einer neuen Vereinssatzung in der Mitgliederversammlung = Jahreshauptversammlung 2011.

10.05.2011

Eintragung des Vereins in das Vereinsregister, ab jetzt: „Freiwillige Feuerwehr Großberg e.V.“

22.05.2011

Kirchliche Segnung der Fahne von 1964, die aufgrund größerer Schäden am Fahnentuch (Seidensamt) mit erheblichen finanziellen Mitteln des Vereins grundlegend restauriert wurde.

14. - 15. Juli 2012

125-jähriges Gründungsfest unserer Feuerwehr, gefeiert mit vielen Gastvereinen und Gästen aus der Umgebung, auch unsere Feuerwehrfreunde aus Halsheim (Unterfranken) waren gekommen. Daneben werden natürlich auch Kontakte zu anderen Feuerwehrkollegen gepflegt. So besteht z.B. seit 1987 eine freundschaftliche Beziehung zu der FF Halsheim (Stadt Arnstein), nördlich von Würzburg, im Werntal.

 

Die zahlreichen helfenden und rettenden Einsätze der Feuerwehr hier aufzulisten, sprengt sowohl Zeit als auch Raum.

Seit 1978 gibt es eine Damenlöschgruppe, die durch das Ablegen diverser Prüfungen ihre Leistungsbereit- schaft unter Beweis gestellt hat.

Auch an den Feuerwehrnachwuchs wird gedacht. Seit 1981 besteht eine Jugendgruppe aus Mädchen und Jungen, bei denen natürlich neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung auch gemeinsame Freizeit-aktivitäten nicht fehlen dürfen.

Stellvertretend für die anderen 6 Wehren im Gemeindegebiet unterstützen wir die Schule Großberg im Heimat- und Sachkundeunterricht beim Thema „Feuerwehr“ mit Unterweisungen und Vorführungen. Ebenso wirken wir bei den Schul-Probealarmen mit Im Kindergarten Großberg betreiben wir Allgemeinausbildung im Bereich Brandschutzerziehung bei den Kleinen.

Unser Verein Freiwillige Feuerwehr Großberg e.V. ist so gesehen nicht nur ein Verein im Ort, sondern er ist ein Bestandteil unseres Ortes und unseres gemeinschaftlichen Lebens. So hoffen wir, dass auch in Zukunft unsere Feuerwehr immer genügend Helfer hat, um für unsere Mitbürger eine geordnete Hilfeleistung sicherstellen zu können – getreu unserem Wahlspruch: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“.